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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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schall auf feinen Jrrthum aufmerksam zu machen. Der aberwurde ärgerlich und entgegnete: »Warum nicht gar! Das werdeich doch wohl besser wissen! Wollen mich wohl gar noch consusemachen.«

3. Als die Bourbons auf den französischen Thron zurück-berufen waren, meinte Blücher: »Die Bourbons können die Na-tion nicht regieren, dazu gehören andere Kerls und der Kant-schuh.«

4. Die Kofacken des Generals von Tettenborn fingen einenBrief auf, den Napoleon am 22. Marz 1814 an seine Gemahlingeschrieben hatte. Dieser Brief lautete: »Meine Freundin. Ichbin die letzten Tage ununterbrochen zu Pferde gewesen. Am 2l).habe ich Arcis-sür-Aube genommen. Der Feind griff mich andiesem Tage, Abends um 8 Uhr, an, aber ich habe ihn geschlagen,und er hat 4009 Tobte eingebüßt; auch nahm ich ihm zwei Kano-nen und selbst zwei unbrauchbar gewordene Haubitzen. Den 21.stellte sich der Feind in Schlachtordnung, um den Marsch seinerTruppen gegen Brienne und Bar-sür-Aube zu decken. Ich zogmich dagegen nach der Marne hinab, um den Feind weiter vonParis zu entfernen, und mich meinen festen Platzen wieder zu nä-hern. Diesen Abend werde ich in St. Dizier fein. Gott befoh-len, meine Freundin, umarme meinen Sohn!« Am 23. Marzkam dieser Brief durch den General Tettenborn in Blüchers Hände.Er schickte ihn sogleich durch den Major von Watzdorf zu den feind-lichen Vorposten in In Kvrtö «ans lanarre, damit er der Kai-serin nach Paris gesandt würde, und schrieb dabei einige Zeilen,in welchen er sich äußerte, »er hoffe die Ehre zu haben, ihr Napo-leons nächste Auftrage mündlich in Paris überbringen zu können.«

5. Aus dem letzten Kriegszuge in Frankreich übernachteteBlücher einst mit mehren höheren Ofsicieren in einem alten Schlossevon weitläufiger Bauart. Als des Abends nach Tische der Cham-pagner die Gemüther erhitzt hatte, ein lustiges Feuer im Kaminflackerte, draußen aber der Wind gar grausig heulte und Schnee-flocken mit Regen untermischt an die Fenster trieb, da lenkte sichdas Gespräch auf Geistererscheinungen und es ward endlich mitziemlicher Sicherheit behauptet, daß es auch in diesem Schlosse garnicht heimlich sei. Schon war es 11 Uhr, als sich die Gesellschafttrennte und Jeder seinem Schlafzimmer zuwankte. Als aber amandern Morgen die Ofsiciere sich wieder zusammengefunden hat-ten, beim Frühstück das Gespräch vom gestrigen Abend aufnah-men und sich unter einander fragten, ob die Nacht einem Jeden