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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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der eine war ein schlichter Bürgersmann, der andere der gefeiertsteKriegsfürst feiner Zeit geworden. Der Bürger gedachte dieserKluft, fühlte sich beklommen und nannte ehrerbietig den Fürsten»Durchlaucht.« Blücher aber wollte davon nichts wissen.»Ei, närrischer Kerl!« rief er lachend: »was fallt Dir ein?Ich denke, wir nennen einander so wie ehemals!«

Streng war er im Dienst und ahndete schonungslos jedeVernachlässigung. Dessenungeachtet verehrte ihn jeder Soldatund opferte gern sein Leben für ihn. Er ehrte aber auch in demgemeinen Soldaten den Menschen, sähe ihn nicht als ein Wesenniedriger Ordnung und als einen Sclaven an, sondern behandelteihn als treuen Wassengcfahrten in den ernsten Stunden der Ent-scheidung. »Wie geht's, Kamerad? war die gewöhnliche An-rede, selbst als Fürst und Feldmarschall, wenn er zu einem ein-zelnen ausgestellten Posten kam. In allen Feldzügen sorgte er zu-erst für seine lieben Soldaten und dann für sich.

Ein unbegrenztes Vertrauen setzte das Heer in den kühnen,unerschrockenen Anführer, der vor keiner Gefahr bebte, in Bedräng-nissen einen sichern Weg zu finden und die größten Schwierigkeitenmit Leichtigkeit zu überwinden verstand. In seiner Jugend undselbst noch in den ersten Feldzügen am Rhein, zeichnete er sich durchPersönliche Tapferkeit und Kühnheit aus. So hatte ein französi-scher Ofsicier, stark und gewandt, mehre von den preußischen Feld-posten bei Lautereck getödtet. Blücher, den dieß verdroß, ritt aufihn zu, bot ihm einen guten Morgen, und hieb ihn, nach einemkurzen Gefecht, vom Pferde. Er nahm hierauf das Pferd, gab eseinem der Husaren, die nachgeritten kamen, und rief diesen zu:»Ihr seid elende Kerls! könnt nicht einmal den Kerlvom Pferde hauen!« Das erbeutete Pferd stand noch mehreJahre in Blüchers Stall. Dieser persönliche Muth verließ ihnauch im hohen Alter nicht. Deshalb konnte er auch bei Andernnicht den Schein der Feigheit dulden. Wer diesen Fehler sich zuSchulden kommen ließ, der durfte nie auf seine Zuneigung An-spruch machen; deshalb spottete er so oft über das schreibendeHauptquartier, das seine Kraft äußerte, wenn Alles sicher war,aber sogleich einpackte, wenn Gefahren einbrachen.

37. Nachtrag.

1. Der Fürst Blücher von Wahlstadt hatte einst den Ge-neral * * * zum Mittagsessen geladen. Neben dem Gedeck desGenerals lag noch ein anderes, und Blücher sagte schalkhast, daß