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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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mir gelernt ? Jetzt sollen Sie auch von mir lernen, wie manmit Ruhe stirbt.« Zuletzt ward er sprachlos, und am 12. Sep-tember 1810, Abends um 10 Uhr machte ein Stickfluß seinem Le-ben ein Ende.

Am folgenden Tage versammelten sich sammtiiche, zur Heer-schau bei Breslau zusammengekommene preußische Krieger um denPlatz unter den drei Linden, und weiheten ihn durch eine religiöseFeierlichkeit zur Grabesstatte für den Leichnam des alten Marschallsein. Der Leichnam wurde am 14. einbalsamirt, und am 15.,Abends um 6 Uhr, nach einer kleinen, schwarz ausgeschlagen«» Ca-pelle der katholischen Kirche im Dorfe Weischwitz, unweit Kaps-dorf, vorlaufig bis zur wirklichen Bestattung gebracht. Dem Lei-chenwagen folgten die beiden Adjutanten, Graf von Nostiz undvon Strantz, und uneingeladen viele Staatsbeamte, Krieger undEinwohner aus Breslau. In der Kirche wurde der Sarg hinge-stellt und ein kurzes Gebet beschloß die ehrwürdige aber prunklossFeierlichkeit, als der letzte Beweis der irdischen Liebe zu dem in hö-heren Lichtregionen jetzt weilenden Verklarten.

Auf des Königs Befehl mußte das ganze preußische Heer achtTage lang den Tod seines ehemaligen Anführers zu Sieg undRuhm, betrauern. Auch das Militair zu Hamburg und ein gro-ßer Theil der Bewohner dieser Stadt legten um den Tod des ge-liebten Mitbürgers Trauer an.

Die verwittwete Fürstin erhielt von ihrem Monarchen, sobalder die Nachricht von dem Tode des Fürsten erhalten harte, ein eigen-händiges Schreiben, worin folgende Worte vorkommen, welche diegroßen Verdienste des Verstorbenen anerkennen! »Das Vater-land trauert mit Uns um den Verlust seines ersten Feldherrn; eswird ihm dankbar ein unvergängliches Denkmal bewahren. Un-fähig, Ihnen Trost zuzusprechen, dessen Bedürfnis ich selbstfühle, kann ich nur wünschen, daß die Zeit Ihren Kummer lin-dern möge.«

Blücher besaß einen Körper, der in jeder Bewegung Kraftund in jeder Muskel Starke verrieth. Er war mittelmäßig großund alle Theile hatten zu einander ein richtiges Verhältnis. Seinfeuriges Auge, von dunkeln buschigen Augenbrauen bedeckt, sprü-hete Feusrfunken in heftiger Leidenschaft, und bezauberte wiederzur andern Zeit durch den Abdruck der Herzensgüte und Milde.Warnhagen von Ense schildert den Helden folgendermaßen:»Blücher war von großer, schlanker Gestalt, von wohlgebildeten,starken Gliedern. Das Alter weniger als Krankheitsleiden gaben