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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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zu seiner Wiederherstellung mußten fruchtlos sein, du er den Ge-brauch jeder Arznei verweigerte und stets behauptete, alle Kunst derAerzte sei eitel, wenn der menschliche Körper sich selbst nicht mehrHelsen könne.

Sein König, der zu der Zeit, wegen einer großen Musteru'ngüber die bei Kapsdorf versammelten Soldaten, in Breslau anwe-send war, schickte seinen Generaladjutanten von Witzlebcn zu ihm.Der fand den Greis sehr schwach und erhielt von ihm den Auftrag,den König für alle erzeigte Gnade zu danken und demselben seinezurückbleibende Familie zu empfehlen. Auch sollte er bitten, denLeichnam unter den drei Linden, am Wege von Krieblowitz nachKanth, ohne alles Gepränge begraben zu lassen. Diesen Ort hattesich schon früher Blücher zur Begräbnisstätte auserwählt, auchverordnet, darauf nur einen einfachen Stein zu legen, in welchemder Name des Verstorbenen eingegraben wäre. Der General vonWitzleben wollte zwar nicht zugeben, daß der Kranke sterben müsse,und berief sich auf das Aeugniß der Aerzte. Blücher aber ant-wortete: »Ich weiß, daß ich sterbe; denn ich fühle es, besser alsdie Aerzte, die meinen Zustand nicht beurtheilen können. Ichsterbe gern, ich bin nichts mehr nutz. Sagen Sie dem König,ich habe ihm treu gelebt, und werde ihm treu sterben.« Hieraufnahm er die Hand seines Waffengefährten, drückte sie und nahmAbschied von ihm auf immer.

Als der König den gefährlichen Zustand seines treuen Blü-chers erfuhr, kam er mit seinem Sohne, dem Prinzen Carl, selbstnach Krieblowitz. Anfänglich lag Blücher betäubt und ohneAheilnahme an Allem, was um ihn vorging; nachher erholte ersich und erkannte seinen geliebten König. Dieser unterhielt sichmit ihm und suchte ihn durch folgende königliche Worte zu stär-ken: »Sie können überzeugt sein, daß Niemand mehr Theil anIhrem Wohle nimmt, als ich. Ich weiß, was das Vaterlandund ich Ihnen schuldig bin. Geben Sie die Hoffnung zu Ih-rer Wiederherstellung nicht auf, folgen Sie dem Rathe IhrerAerzte, und brauchen Sie die Mittel, die man Ihnen darbietet.«Mit innigster Rührung dankte der Greis seinem Monarchen undempfahl demselben seine Gattin. Beim Abschied drückte ihm derKönig gerührt die Hand.

In den letzten Lebenstagen empfand Blücher keine körperli-chen Schmerzen, nur die Kräfte schwanden. »Nicht wahr, meinlieber Nostiz,« sprach er zu seinem treuen Freunde, der ihm einGlas Zuckerwasser zur Labung reichte, »Sie haben Manches von