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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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stillstand mit dem ihm gegenüberstehenden feindlichen General zuschließen, so ist dieß kein Motiv für uns, ein Gleiches zu thun.Wir verfolgen unfern Sieg und Gott hat uns Mittel und Willendazu verliehen. Sehen Sie zu, Herr Marschall, was Sie thunund stürzen Sie eine Stadt nicht abermals ins Verderben! dennSie wissen, was der erbitterte Soldat sich erlauben würde, wennIhre Hauptstadt mit Sturm genommen würde. Wollen Sie dieVerwünschungen von Paris eben so wie die von Hamburg auf sichladen? Wir wollen in Paris einrücken, um die rechtlichen Leutein Schutz zu nehmen gegen die Plünderung, die ihnen von Sei-ten des Pöbels droht. Nur in Paris kann ein zuverlässiger Waf-fenstillstand Statt haben. Sie wollen, Herr Marschall, diesesunser Verhältnis zu Ihrer Nation nicht verkennen! Ich macheIhnen, Herr Marschall, übrigens bemerklich, daß, wenn Sie mituns unterhandeln wollen, es sonderbar ist, daß Sie unsere mit Brie-fen und Auftragen gesendeten Osficiere gegen das Völkerrecht zu-rückhalten. In den gewöhnlichen Formen übereinkömmlicher Höf-lichkeit habe ich die Ehre, mich zu nennen :c.«

Am 3. Juli ließ Blücher früh Morgens die Stadt Paris an-greisen. Da entfiel Davoust der Much. Er erbot sich des Mor-gens um 8 Uhr, er wolle mit seinen Soldaten die Stadt räumenund sich hinter die Loire zurückziehen. Dieses wurde angenom-men. Aber noch um Mittag, da Blücher sich nach St Cloudzum Abschluß der Verhandlungen begeben hatte, schössen einigeFranzosen vom jenseitigen Seineufer auf den Feldmarschall, daß dieKugeln dicht neben ihm einschlugen. Sogleich fragte er einenfranzösischen Obersten! »Verstehen Sie Deutsch?« »Ein We-nig!« war die Antwort. »Nun, so fragen Sie den Davoust, wasdas für eine neue Kriegsmanier ist, zu schießen, wenn der Waffen-stillstand schon erbeten sei? Sagen Sie ihm in meinem Namen,daß wenn von seiner Seite noch ein einziger Schuß fiele, ich vonallen Ecken und Kanten werde knallen lassen, und dann sollen Siein ihrem Paris die Schwerenoth kriegen!« Eilig ritt der Oberstweg, und das Schießen unterblieb.

Im Fortgange der Unterredung wollten die Abgeordneten dieBedingung machen, daß Paris, wie im vorigen Jahre, von allerEinquartierung verschont bleibe. Hierauf entgegnete Blücher:»Die französische Armee hat sich in Berlin Jahre lang recht ange-nehm einlogirt; es soll kein Preuße der mir hierher gefolgt ist, zu-rückkommen, ohne sagen zu können, daß die Pariser ihn bcwirthenmußten!« Als man sich damit noch nicht beruhigen wollte, setzte