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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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Zun, der Waffenstillstand bis zum 26. Juli abgeschlossen, und spa-ter zu Neumark bis zum 17. August verlängert. Unser Blücherbetrachtete die Waffenruhe nur als eine Hemmung des herrlichenAusschwungs, den der Volksgeist in Preußen genommen hatte, undman konnte ihm damals nicht ganz Unrecht geben, wenn er in sei-ner offenen, treu gemeinten Weise sich äußerte: »Die Diplomatenwüßten den Henker davon, wie es kommen würde; sie seien aberdes Feldzugs müde, das Ding sähe ihnen zu gefährlich aus; essei freilich bequemer, beim Dintenfasse am grünen Tische dieHaut heil zu behalten; aber mit all ihren politischen Feinhei-ten würden sie, wie bisher, nicht nur nichts bessern, sondern zuletztdie Betrogenen sein und ihre Monarchen erst recht in die Dinteführen.« Blüchers Ziel war und blieb der Sturz Napoleons;er hatte erkannt, daß die Sache auf Leben und Tod stehe, und daßkein ruhmvoller Friede möglich sei, wenn nicht durch Waffenge-walt erzwungen; ja daß auch ein solcher Friede nicht von Dauersein werde, falls dem französischen Kaiser die Macht bliebe, ihn zubrechen. Hatte doch Blücher schon 1809 in seinen »Anwandlun-gen,« wie es damals hieß, gleichsam prophetisch ausgesprochen:»Napoleon muß herunter, und ich werde schon helfen; ehe das ge-schehen ist, will ich nicht sterben.«

14. Thatendrang.

Der russische Feldmarschall Barclay de Tolly war Oberfeld-herr des Heeres der Verbündeten. Auch Blücher erhielt seine In-struction am 11. August 1813 zu Reichenbach, aus den Händendes Admirals Barclay de Tolly. Dieselbe enthielt für Blücherhauptsachlich die dreifache Bestimmung: mit der schlesischen Armee1) an den Feind zu rücken, 2) ihn nicht aus den 'Augen zu verlieren,mit ihm zugleich anzukommen, wenn er sich auf die große Armeewerfen sollte; jedoch 3) allen entscheidenden Gefechten auszuwei-chen. Blücher schüttelte bedenklich den Kopf, und erklärte ge-radezu: »diese Aufgabe finde er über seine Kräfte; die Künste einesFabius wären ihm von jeher fremd gewesen; Andere würden sichda besser herausziehen; er verstehe nur, drauflos zu gehen; dank-bar für das Zutrauen der Souveraine müsse er daher das schwierigeEommando ablehnen, bei welchem er so streng an die Defensive ge-bunden sein solle.« Um ihn zufrieden zu stellen, bemühten sichBarclay und dessen mit anwesender Generalquartiermeister vonDiebitsch, durch eine etwas freie Auslegung und nähere Entwick-lung unfern, Helden die Instruction annehmlicher erscheinen zu