21
lassen, und schlössen mit dem Bemerken: 5er nehme dieselbe zubuchstäblich; wer eine Armee von fast 100,WO Mann comman-dire, könne nicht unbedingt auf die Defensive verwiesen werden ;deshalb, wenn sich Gelegenheit finde, so möge er in Gottes Na-men auch seinen Feind angreifen und schlagen.« — Blücher, durchdiese Erklärung beruhigt, wünschte sie schriftlich zu erhalten, undals man ihm vorstellte, daß vor der Gutheißung der Monarchen,die jedoch nicht zu bezweifeln sei, diesem Wunsche nicht entsprochenwerden könne, wiederholte er: »daß er also das Commando unterder ausdrücklichen Bedingung antrete, den Feind wann und wo eres für zweckmäßig halte, angreifen zu dürfen; wenn dies nicht mitder Ansicht der hohen Herrscher stimme, so möchten sie ihm in ihrerWeisheit eine andere Stellung geben.« — damit wurde diese Un-terredung beendigt.
15. An der Katzbach.
Als der Waffenstillstand abgelaufen war, befehligte Blücherstlbstständig als Feldherr ein Heer, zusammengesetzt aus den ein-zelnen Abtheilungen des preußischen Generals Jork und der russi-schen Generale Langeron und Sacken. Es führte den Namendas schlesische Heer, und stützte sich mit seiner linken Seite an daSgroße Hauptheer der Oesterreicher, Russen und Preußen auf denböhmischen Grenzen, angeführt von dem Oberfeldherrn Fürsten vonSchwarzenberg.
Buonaparts stellte 30,000 Mann gegen die böhmische Grenze,150,000 Mann auf der schlesische» Grenze, mit einem Rückhaltvon 60,000 Mann auf der sächsischen Grenze, 90,000 Manngegen Berlin und 30,000 Mann in Hamburg und Lübeck auf.Seine Absicht war, das schlesische Heer mit Uebermacht zu erdrü-cke», Berlin zu nehmen und Cüstrin und Stettin zu entsetzen, be-vor sich das Hauptheer aus den böhmischen Gebirgen gewickelthatte. Doch dieses lag nicht in dem Plan der Verbündeten. UmNapoleons Macht zu theilen und um dem Hauptheere Raum zuverschassen, sich frei im Rücken des Feindes zu bewegen, mußtensich die kleinern Heere stets fechtend zurückziehen, sobald sie voneiner großen Macht angegriffen wurden. So konnten die Fran-zosen bis Gcoßbeeren, zwei Meilen von Berlin, vordringen. Hierwurden sie aber am 23. August geschlagen und verloren 40 Kano-nen und 5000 Gefangene.
Auch Blücher, der schon am 17. August am Bober angegrif-fen wurde, ließ sich in keine Schlacht ein, so sehnlichst sie auch von