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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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kündeten sich gerades Weges nach der Oder ziehen würde, denMarschall Ney in der Richtung nach Berlin abgeschickt. Am 18.ließ Wittgenstein eine allgemeine Recognoscirung au und über dieSpree vornehmen, was Blücher »eine dienstliche Meldung an denFeind, daß man da wäre« nannte. In der That erfuhr der rus-sische Oberfeldherr durch diese unsinnige Maßregel nichts; Napo-leon aber sehr viel, nämlich, daß er seine Gegner zusammen vor sichhabe, worauf er sogleich den Marschall Ney zurückrief und allenseinen zerstreuten Schaaren die Richtung auf Bautzen geben ließ.

12. Bei Hainau.

Wahrend des schönen Gefechts, welches von dem Dorfe Hai-nau seinen Namen erhalten hat und dessen sich unser Held späterimmer mit besonderer Vorliebe erinnerte, erhielt derselbe, wie manerzählt, eine Meldung, die ihrer bedenklichen Wichtigkeit wegen nurihm allein anvertraut werden sollte; Blücher aber, der dergleichenGeheimniskrämereien nicht liebte, erklärte gleich, sie nicht andersals öffentlich, vor allen anwesenden Ofsicieren, anhören zu wollen.Da kam denn heraus, daß Napoleon selbst, an der Spitze der fran-zösischen Hauptmacht, herbeigeeilt sei und Blüchern schon völlig imRücken stehe. »Steht er mir im Rücken« gab der Feldherrzur Antwort »nun so ist mir's recht angenehm, da kann er

mich ja geradeswegs im !« Diese Antwort,

allerdings etwas derb und rauh, giebt nicht minder, als eine ge-wonnene Schlacht Zeugnis von seinem unerschütterlichen Muthe.Die Meldung, die sich indes später als völlig ungegrüudet erwies,war der Art, daß sie gewiß jeden Andern an seiner Statt und inseiner Lage mehr oder weniger beunruhigt hätte. Er aber kanntekeine Gefahr, obgleich er, wo es die Klugheit erforderte, ihr auszu-weichen, und wo die Umstände es zuließen, ihr zu begegnen wußte;auch galt es ihm durchaus einerlei, ob es Napoleon selbst odereiner der französischen Marschälle sei, den er hinter sich oder vor sichhatte.

13. Der Waffenstillstand.

Vuonaparte hatte eine Waffenruhe nothig, seine Streitkräftezu entwickeln und an sich zu ziehen. Schon vor der Schlacht beiBautzen hatte er deshalb, unter Vorspiegelung eines Friedensab-schlusses, auf einen Waffenstillstand angetragen. Jetzt erneuerteer diesen Antrag, der dieses Mal von den verbündeten Monarchenangenommen wurde. Au Poischwitz bei Jauer, wurde am 7.