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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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Ein unglücklich begonnener und noch unglücklicher geendeterKrieg drang uns den Friedenstraktat von Tilsit auf; aber selbstvon jenen Traktatsartikeln ist uns nicht ein einziger gehalten wor-den. Zeder folgende Traktat steigerte die harten Bedingungendes vorhergehenden. Darum werfen wir ab dieses schimpflicheJoch und ziehen zum herzerhebenden Kampfe für unsere Freiheit.

Sachsen! Ihr seid ein edles aufgeklartes Volk! Ihr wißt,daß ohne Unabhängigkeit alle Güter des Lebens für edelgesinnteGemüther keinen Werth haben; daß Unterjochung die höchsteSchmach sei! Ihr könnt und werdet nicht die Sclaverei längertragen! Ihr werdet nicht länger dulden, daß eine arglistige gleisne-rische Politik für ihre ehrsüchtigen, raubgierigen Entwürfe dasBlut Eurer Söhne fordere, die Quellen Eures Lebens austrockne,Euren Kunstfleiß lähme, Eure Preßfreiheit vernichte und Euereinst so glückliches Land zum Schauplatz des Krieges mache. Schonhat der Vandalismus der Euch unterdrückenden Fremdlinge Euerschönstes Monument der Baukunst, die Brücke zu Dresden, un-nöthig und muthwillig zerstört! Auf! Vereinigt Euch mit uns,erhebt die Fahne des Aufstandes gegen die fremden Unterdrückerund seid frei!

Euer Landesherr ist in fremder Gewalt; die Freiheit des Ent-schlusses ist ihm genommen. Die Schritte beklagend, die zu thuneine verrätherische Politik ihn nöthigte, wollen wir sie eben so wenigihm zurechnen, als sie Euch entgelten lassen. Nur für EuernHerrn wollen wir die Provinzen Eures Landes in Verwaltungnehmen, die das Glück, die Ueberlegenheit unserer Waffen und dieTapferkeit unserer Truppen unserer Gewalt unterwirft. Befrie-digt die billigen Bedürfnisse unserer Krieger, und erwartet dafürvon uns die Handhabung der strengsten Mannszucht. Der Zu-tritt zu mir, dem preußischen Feldherrn, sei jedem Unterdrücktenoffen; jede Klage werde ich hören, jede Angabe untersuchen, jedeVerletzung der Mannszucht streng bestrafen. Jeder, auch der Ge-ringste kann sich mir vertrauungsvoll nähern, ich werde ihn lieb-reich aufnehmen.

Den Freund deutscher Unabhängigkeit werden wir als unfernBruder betrachten, den irre geleiteten Schwachsinnigen mit Mildeaus die rechte Bahn leiten; den ehrlosen verworfenen Handlan-ger fremder Tyrannei aber, als einen Verräther am gemeinsamenVaterlande, unerbittlich verfolgen.

Bunzlau, den 23. März 1813.

Blücher.