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5. Blase, Trompeter.
Einige Tage später (am 28. Mai) rückte der General Ferrinomit 6000 Mann, in zwei Heerzügen, aus der Stadt Kirweiler inder Pfalz. Blücher hatte nur sein Husarenregiment bei sich.Das eine Bataillon stellte er d'er einen Colonne entgegen und mitdem zweiten Bataillon ritt er hinter einer Anhöhe, vom Feinde un-bemerkt, eine Strecke fort, siel dann unvermuthet diese Colonnevon der Seite an, nahm ihr zwei Kanonen ab und brachte sie insolche Unordnung, daß sie eilends der Stadt zu floh. In denStadtthoren entstand eine große Verwirrung; die Flüchtigen woll-ten hinein, Andere zur Unterstützung der Fliehenden heraus. Blü-cher benutzte dieses, drang nun selbst in die Stadt ein, eroberteabermals zwei Kanonen und verfolgte den Feind bis an die näch-sten Dörfer Finningen und Mischlingen. Durch die Niederlageerschreckt, zog sich auch die zweite Colonne zurück, nur zwei Regi-menter schwerer Reiterei stellten sich vor dem Dorfe Edesheim,um das zurückgebliebene erste Bataillon Husaren anzugreifen undzu werfen. Von den Anhöhen bei Mischlingen aus bemerkte Blü-cher die große Gefahr, sammelte schnell die Husaren und Drago-ner in seiner Nähe und eilte seinen Husaren zu Hilfe. Die Feindeließen ihn bis an dreißig Schritt herankommen, dann warf sichdas eine Regiment rasch herum und stellte sich in Linie gegen ihnaus. Unmöglich war es für die leichten Hufaren, die schwereReiterei zu werfen, deßhalb ließ Blücher den Feind umschwärmenund mit Pistolen in die Glieder schießen, wodurch Unordnung ent-stand. Um derselben Einhalt zu thun, befahl der französische Ge-neral, mit Zügen zu schwenken und abzumarschiren. Diesen Feh-ler benutzte Blücher, rief dem Trompeter zu: »Blase, Trompeter!Jetzt oder nie!« siel mit den Husaren in die Züge, zersprengte dasRegiment, tödtete an200 Mann und nahm den Anführer La Bas-siöre mit nahe an 100 Mann gefangen. Durch diesen gutenErfolg ermuthigt, griff auch das erste Bataillon das vor ihm ste-hende Regiment an und jagte es vor sich hin. -— In diesem Ge-fecht bei Kirweiler wurden überhaupt 15 französische Ofsiciere undan 500 Gemeine zu Gefangenen gemacht, zwei Föhnen, sechs Ka-nonen, 5 Wagen und über 400 Pferde erbeutet. Der GeneralFerrino konnte sich nur dadurch retten, daß er vom Pferde sprangund sich im hohen Korn versteckte. — Blücher wurde für diesekühne Thal am 4. Juni zum General-Major und Chef desjeni-