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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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gelegt und ihm zur Erfrischung Brot und Branntwein angeboten,was er jedoch nicht annahm, sowie er sich auch schlechterdings nichtverbinden lassen wollte, sondern fortwahrend nur bat, daß manihm eine Kugel vor den Kopf schießen möchte. »Das ist ein rechthartnackiger, verstockter Franzose!« meinten die preußischen Krieger,und Blücher, der, etwas seitwärts stehend, diese Ausrufungen ver-nahm, trat naher. Er sah den Verwundeten, welcher jetzt still,tief in sich gekehrt und auf nichts achtend, was neben ihm vor-ging, da lag. Da er zu frieren schien, so ließ Blücher mehre De-cken holen und ihn mit denselben zudecken. Der Verwundete rich-tete einen forschenden Blick auf Blücher, dann aber schlug er seineAugen wieder nieder. Blücher war der französischen Sprachenicht so machtig, um dem Gefangenen selber seine Gedanken mit-theilen zu können, und ließ ihm daher durch seinen Adjutanten an-deuten, er möchte sich verbinden lassen und etwas zu seiner Stär-kung genießen. Als auch hierauf der Franzose nichts antwortete,ließ ihm Blücher weiter sagen, wie er denjenigen für einen Schwäch-ling halte, der sein Geschick nicht zu ertragen wisse, und wie er derUeberzeugung sei, daß es sich für Niemand weniger zieme, zu ver-zweifeln, als für einen Soldaten. Er dürfte die Hoffnung zu sei-ner Genesung nicht aufgeben und könne versichert sein, daß er sichtinter Menschen befinde, die Gefühl genug besaßen, um Alles zuseiner Erleichterung aufzubieten. Jetzt richtete der Verwundetewieder einen Blick auf Blücher, ein Strom von Thränen entquollseinen Augen, und er reichte jenem die Hand vertraulich hin.Blücher ließ ihm Wein geben. Er trank und sträubte sich auchnicht mehr gegen den Verband. Blücher verwunderte sich übereine so schnelle Sinnesänderung und ließ nach der Ursache seinesfrühem störrischen Betragens fragen. Der Soldat antwortete:»Ich bin zun, Dienst der Republik gezwungen worden. Mein Va-ter ist guillotinict, meine Brüder sind im Kriege gefallen, Frau undKinder mußte ich in der traurigsten Lage verlassen. Ich glaubtedaher, der Tod sollte meinem Jammer ein Ziel setzen und sehntemich danach. Ihre gütige Ermahnung hat mich zur ruhigen Be-sinnung gebracht. Ich danke Ihnen dafür und bin nun fest ent-schlossen, meinem künftigen Schicksal es sei auch wie es seimit geduldiger Ergebung entgegen zu gehen.« Der Franzosewurde nun verbunden und dann nach dem Dorfe Weidenthal ge-bracht, w? man ihn dem Schulzen zur Pflege übergab.