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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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ausrichtete, da schrieb er an den Konig selbst mit folgenden Wor-ten : »Der von Jagersfeld, der kein anderes Verdienst hat, als derSohn des Markgrafen von Schwedt zu sein, ist mir vorgezogen;ich bitte Ew. Majestät um meinen Abschied.« Der große Frie-drich, der durchaus keinen Trotz eines Untecthanen leiden mochteund auch überdem durch den General von Lossow gegen Blüchereingenommen war, ihn doch aber dessenungeachtet nicht ganz ausseinem Dienst verlieren wollte, gab Befehl, daß der Rittmeister vonBlücher in VerHaft gesetzt werden solle, damit er sich eines Bessernbesinne. Der aber bestand auf seinem Sinn und schrieb wieder-holt um seinen Abschied. Den gab ihm endlich der König imJanuar 1773, nachdem Blücher beinahe neun Monate lang inder Haft gesessen hatte, in den kurzen und ungnadigen Worten:»Der Rittmeister von Blücher ist aus dem Dienste entlassen undkann sich zum Teufel scheren.«

3. Blücher beweist seinen Edelmuth an einem tobtenFeinde.

Nach dem Tode Friedrichs II. trat er als Major in seinaltes Regiment wieder ein. Als Commandern- desselben focht eram Rhein 1793 und 1794 mit Auszeichnung. Orchies, Luxem-burg, Frankenstein, Oppenheim (16. Jan. 1794), Kirweiler undEdesheim in der Pfalz waren Zeugen seiner Thaten. Die Fran-zosen unter Custine übersielen am 4. Juni das Lager der Preußenbei Orchies, wurden aber abgeschlagen und der schwer verwundeteOberst Montjout gerieth in Gefangenschast, starb aber an seinenWunden. Blücher ließ einen Geistlichen aus der Nachbarschaftholen, um den Leichnam zu beerdigen; er selbst folgte mit allenseinen Officieren zu Grabe. Den Tischler, der den Sarg zu kleinund zu schlecht gemacht hatte, strafte er mit Stockschlägen eigen-händig. Die französischen Einwohner waren nicht wenig verwun-dert, einen preußischen Ossicier einem todten Feinde solche Ehren-bezeigungen erweisen zu sehen.

4. Der junge Franzose.

Ein hartnäckiges Gefecht, das Blücher am 23. April 1794mit dem Feinde hatte, endete für ihn so glücklich, daß er dabei zweiKanonen eroberte und viele Gefangene machte. Unter diesen ge-fangenen Franzosen war auch einer, dessen Schenkelknochen in derobexn Hälfte zerbrochen war. Man hatte ihn neben ein Feuer