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Anekdoten, Züge und Skizzen aus dem Leben des Königlich Preußischen Feldmarschalls Lebrecht von Blücher : mit Bildn.
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so schonend und freundschaftlich wie nur möglich gegen sie zu be-nehmen. Da aber die Polen ihren Haß gegen die Preußen zeig-ten, so ließ der wackere Welling das nicht ungeahndet hingehen,sondern vergalt Gleiches mit Gleichem. Das war dem großenFriedrich, der die Umstände nicht kannte, unlieb; deßhalb nahm erdem General Welling den Heeresbefehl und gab ihn dem Generalvon Lossow, welcher zu einem solchen Auftrage mehr Geschickhatte. Für Blücher war das ein empfindlicher Nachtheil; er ver-lor seinen edelmüthigen Beschützer und Lossow war nicht geeignet,ihn zu ersetzen. Dieser fand an der Keckheit und dem ungestümenThatendrange des jungen Husarenofsiciers kein Wohlgefallen undzeigte sich demselben nur als ein strenger Vorgesetzter; Blücher da-gegen setzte der kalten Strenge des Generals offenbaren Trotz ent-gegen. Dadurch entstanden denn Awistigkeiten und die Erbitte-rung von beiden Theilen wurde immer größer. So fand sich dennauch bald ein Anlaß, wodurch er sich dem General unversöhnlichverfeindete. Blücher hatte ein schönes Pferd, welches der Generalgern gekauft hatte, aber, da er ihn nicht selbst darum ansprechenwollte, durch einen Dritten behandeln ließ. Der Kauf war bei-nahe schon für den Preis von fünfzig Friedrichsd'or geschlossen, alsBlücher fragte, wer der eigentliche Kaufer sei? Als er aber Los-sow nennen hörte, da rief er: »Jedem Andern hatte ich das Pferdfür fünfzig Friedrichsd'or gelassen, der muß mir aber hundert ge-ben, oder es wird nichts aus dem Kauf.« Wirklich wurde derHandel rückgangig; daß aber der General dem Rittmeister seineKeckheit nicht ungeahndet hingehen lassen würde, ließ sich voraus-sehen.

2. Der Abschied.

Nach dem Hubertsburger Frieden (13. Februar 1763) gabder Garnisondienst Blüchern keine Gelegenheit, sich auszuzeichnenund höhere Stufen schnell zu ersteigen. Erst am 3. Marz 1771wurde er Stabsrittmeister oder Stellvertreter eines StabsofsicierS,der Chef einer Escadron war. Zwei Jahre nachher konnte er, alsältester Stabsrittmeister, mit Recht auf den Besitz einer durch denTod des Majors von Meseberg erledigten Escadron Anspruch ma-chen. Jetzt aber zeigte sich das nachtheilige Verhältnis, worin ermit seinem Regimentschef stand. Auf dessen Vorschlag erhieltnicht Blücher, sondern der Lieutenant v on Jägersfeld von dengrünen Husaren diese Stelle. Blücher ließ seinen Unwillen überdiese ungerechte Zurücksetzung laut werden, und als er damit nichts