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so war cr doch stets frmnüthig, und sprach unerschrockenaus, was er dachte und wollte. Einen solchen Kraftmen-
dic Nähe des Königs, das öftere Sein am Hofe, änderte sei'ncn Charakter nicht. Vielmehr äußerte er seine Grundsätze da,wo das wahre Leben für den ganzen Staat «usgehcn soll, umso frcimüthigcr und lauter, und schonungslos deckte er allesUebertünchtc und Versteckte auf. Er war und blieb allem Un-recht ein Eckstein, nannte eine jede Sache bei ihrem rechtenNamen, und sprach mit dem Könige ehrlich ohne Rückhalt. Erzerfiel mit dem Geheimen Cabinctsrathe und man fürchtete ihn;aber man ehrte seine überflügelnde Einsicht und liebte in derVolksmassc seine Geradheit, die sehr oft die kluge Gewandtheitüber den Haufen rannte. Auch als Minister war und bliebcr frei und unabhängig und fürchtete Keinen. Es war lehr-reich und interessant, ihn, den kleinen, gedrungenen Mann aufstämmigen Füßen, mit dem ernsten, bedeutungsvollen Gesichtund dem scharfen, leuchtenden Blick, als eine Erscheinung, dieeiner alten, vergangenen Zeit angehörte, in der neuen mit ihrerbunten Färbung zu sehen und zu beobachten. Man sah, fühlteund hörte es ihm an, daß cr ein origineller, vom Gewöhnli-chen ganz abweichender Mann war, der in eigenen Ideen undGrundsätzen lebte. Die Sache war es, welche er im Augehatte und meinte; alles Andere, und zwar bloße Decoration,beachtete er nicht. Ja cr verachtete sie laut in ihrer Erbärm-lichkeit und Leerheit. Ich weiß nicht, ob cr an meiner Beför-derung nach Potsdam empfehlenden Anthcil hatte; aber erwünschte sie. Denn als ich meine Gastpredigt zu Berlin imDom gehalten, erzählte cr den Mittag an seinem Tische, daßer zu dem damaligen reformirten geistliche» Minister v. Thu-lcmcycr in der Kirche gesagt habe: „ich wüßte wohl, was ichin Ew. Ercellcnz Stelle thun würde; ich würde zu dem ver-legen und verlassen in der Sacristei dastehenden armen Schluckergehen und ihm ein Wort des Beifalls nnd der Zufriedenheit sa-gen;" und wie cr nun hörte, daß dicß wirklich der Ministervon Thulcmeycr gcthan, lachte cr sarkastisch und konnte garnicht aufhören. Er machte satyrischc Bemerkungen und pcrsif-ftirte sehr geistreich, ohne persönlich zu sein. Die Zeit war da-