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stcrn und Brüder um Gottes und seines Wortes willenverlassen solle. So müssen aber diejenigen falsche Hir-ten sein, welche sich selbst und ihre Brüder durch ihrHirtcnamt bereichern, was wir» täglich an den hohenBischöfen sehen, die ihre Verwandten zu großen Reich-thümern bringen durch erdichtete Ablaßcrlaubnisse undUrthcilsbriefe und dergleichen unzählbare Thorheiten. Jaes hat ihnen kein leichtfertiger Bacchant in ihrer Ju-gend Knpplcrdienste geleistet, der nicht durch sie einChorherr oder reicher Pfarrer würde. Wenn nun sie,die vorher in der Welt arm waren, nachdem sie zueinem Bischofamte gelangt, Reichthum für sich und dieIhrigen sammeln, so ist dieses ein sichtbares Zeichen,daß sie falsche Hirten sind. Es gehört den Armen;denen lehrt uns Gott Gutes thun, nicht denen, die zuhöherer und größerer Pracht es mißbrauchen. Christusheißt uns, die uns angehören, verlassen, und die fal-schen Hirten umsahen sie erst fest.
Wir haben auch gehört, daß sich der Hirt gefaßtmachen muß, das Kreuz Christi täglich nachzutragen;daran sehen wir, daß die Bischöfe falsche Hirten sind,da sie nicht nur nicht den Tod, sondern auch keinenNachtheil oder Nachrede um Gottes willen zu erduldenvermögen. So lieb haben ihrer Viele ihr irdisches Le-ben, daß sie sich kein Gewissen machen, alle Völker ge-gen einander zu Hetzen, damit sie allein bei ihrem muth-willigen Leben geschirmt werden. Thut hier eure Au-gen auf, ihr Alle, die im Regiment sitzet. Die falschenHirten haben euch bald zum grausamen Wüthen undRachethatcn gehetzt; was aber daraus folge, zeigen viele