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Hirten erkennen solle. Daraus folgt, daß die, welchenicht solcher Maßen gesittet sind, zu dem Amte nichttaugen. Diese Stucke sind auch alle in der Liebe ent-halten, wie vorher gehört worden.
Wenn nun ein Hirt fälschlich verklagt oder verläumdetwird, wie leider jetzt zu unseren Zeiten geschieht, da-rin alle Menschen so geneigt sind, ans Feindschaft gegendaö Wort Gottes, die Prediger desselben mit schändli-chen Lügen zn beflecken, so schadet dieses nichts; soferner aber ein offenbares Laster an sich hat, darin er be-züchtiget werden kann, soll er nicht das Bischofamt ver-walten. O wie wollte ich hier etlichen hohen Bischöfen,die mich, gegen die Wahrheit, hinterrücks großer Lasterbezüchtigen, häßliche Flecken anzeigen können, wenn michihr Klatschen bekümmerte!^)
Es wird auch ersehen in den Worten Pauli, daßjeder Bischof oder Pfarrer, der nicht keusch lebt, undaber kein Eheweib nimmt, ein falscher Hirt isi: denner schämt sich der Schande nicht, ja er fügt erst demfrommen Volke mehr Schande zu.
Auch geht daraus hervor, daß Völlerei und Prassenein Zeichen der falschen Hirten sei; denn man weißwohl, was ziemliche Nothdurft erfordert.
Ferner soll der Bischof nicht ein Querkopf, halb tollund maßlos in Reden und Anderem sein; daher sind dielügenhaften Klatscher und Phantasten falsche Hirten.Die einen unzüchtigen Wandel mit Kleidern und Ande-rem führen, sind nicht Hirten, sondern Wölfe. Dienicht die Armen beherbergen, sind falsche Hirten. Hierinsind die gemeine» Hirten dieser Zeit nicht so sehr zu