Hirt uittcr den Schafen Christi ist, wider Alle, die ihnum Gotteö und um seines wahren Wortes und um derTreue willen, die er für seine Schafe hat, verschmähenund verfolgen, hervortreten, unangcsehen, ob er widerden großen Alerander, Julinm, Papst, Konig, Fürstenoder Gewalt reden müsse; auch nicht allein, wenn siedem Worte Gottes widersprechen, sondern auch wennsie ihr frommes Volk mit zeitlichen Lasten zu sehr undüber Gebühr beschweren. Dieses wird alles mit Bei-spielen auS der heiligen Schrift bekräftiget.
Als .Gott die unermeßlichen Beschwerden der Kin-der Israels unter dem König Pharao und dem ägyp-tischen Volke gesehen, hat er Mosen gesandt, sie zuerlösen und herauszuführen: denn er wollte nicht längerdie unbillige Bedrückung seines Volkes dulden, Erod.UI. 1l. Und wiewohl sich Moses mit seiner Untaug-lichkcit auszureden unternahm, hat er doch wider denWillen Pharaos eine so große Menge Menschen hinaus-führen müssen durch Wasser, Wüste, Feinde, Hunger,Durst, Strafen und Plagen, daß uns Grausen erfaßt,wenn wir nur von den erlittenen Drangsalen erzählen hören.Gott hat seinen Verheißungen und Worten allerwegenKraft verliehen, und Mosen mit den Seinigen sieghaftgemacht. Also soll auch ein Hirt, wenn die Tyrannenihre Anbefohlenen unbillig und ungöttlich wider Gebührdrücken, hervortreten und die Schafe beschirmen. „Denn„die Regenten sollen Wohlthätcr sein, nicht Bedrücker,„ Schinder und Bluthunde." Luk. XXIl 25. Auch Sc-ncka nennt rexnum tienekcinm, d. i., das Reich oderdie Obrigkeit sei eine Wohlthat. Man weiß wohl, daß