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ihn Gott heiße, nichts aus seinen Kräften noch Wissenthun, sondern Gott allein und sein Wort zu seiner Richt-schnur nehmen. Wenn das geschieht, so geht es erstans Kreuz; das muß er täglich ans sich nehmen: dennihm wird alle Tage Widerwärtigkeit zufallen, die mußer für sich tragen und sich nicht entziehen. Hat derMensch sich selbst vcrläugnct, und sieht er allein aufGott: so findet er täglich eine viel größere Zahl derer,die sich nicht selbst verläugnen, als die sich verläugnethaben. Zwischen diesen entsteht so gewiß ein Streit,als zwischen Feuer und Wasser: denn das Fleisch be-gehret allerwegen wider den Geist und der Geist widerdas Fleisch. Gal. V. 17. Das Fleisch nimmt sich desWahren und Rechten auch an, will auch erkennen, red-lich darin sein. Und wenn es schon sieht, daß seinWesen nur Blendwerk ist gegen das Werk Gottes, soweicht es Gott doch nicht; und wenn es gleich vor denMenschen auch gottesfürchtig scheinen will, mag es nichtverborgen bleiben vor dem, der sich selbst recht verläug-net hat: denn dieser spürt gleich, wo sich die Selbstsuchtempört. Und sobald er dem Fleisch seine Falschheit undTücke anzeigt, so greift dieses gleich zu seinen Waffen,und schilt den, der es angerührt hat, und fährt gegenihn los mit aller Macht, und will ihn umbringen. Da-rum lehret Christus, sich gefaßt zu machen, das Kreuztäglich zu tragen: denn die Schmach und Verfolgungwächst; je mehr das Wort Gottes zunimmt, desto mehrwird das Fleisch erzürnt. Also irren sich diejenigen,welche meinen, sie werden bald Ruhe bekommen, daßsie nicht große Schmach und Verfolgung erleiden müssen