Druckschrift 
3 (1843) Der Hirt
Entstehung
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laß dich nicht überwinden, damit du Israel genanntwerdest! Wir müssen mit dem Feinde bis an den Mor-gen kämpfen, bis, wie Petrus (2. I. 19) redet, derMorgenstern in nnsern Herzen aufersteht, und die Die-ner der Finstcrniß ssch in ihre Nacht verbergen. Diesesrede ich nicht, als zweifelte ich etwa, du möchtest ab-treten, sondern um dich zu ermuntern, damit du hörest,daß dein treuer Fleiß auch bei den gläubigen Menschenein Lebensgeruch sei. Denn dessen ist Gott mein Zeuge,daß ich wundergroße Freude empfangen habe, als dieRede zu uns kam, wie die Frommen von Appenzell dasWort Gottes angenommen haben. Ich wäre wohl auchängstlich gewesen, wie sie darin befestigt wurden, wennmir nicht dein Glaube, deine Treue und Liebe, die duzu Gott hast, bekannt gewesen wäre. Mit diesen zweifleich nicht, daß du das gute Werk, das Gott bei ihnenangefangen, auch mit Gott vollenden werdest. Es istwohl zu hoffen, daß sie, wie sie unter den Orten derlöblichen Eidgenossenschaft das letzte sind, im Glanbennicht als die Kleinsten und Letzten erfunden werden; dennsie wohnen nicht in der Mitte lustbarlicher Länder, wodie Gefahr des Eigennutzes und der Wollust am größ-ten ist, sondern an einem rauhen Orte, wo die frommeEinfalt besser bewahrt werden kann; welche unschuldigeEinfalt, gepaart mit vernünftiger Frömmigkeit, ein be-sonderer Sitz und Wohnort des Glanbens ist. Dennchristliche Lehre und christliches Leben wird nirgends leich-ter gepflanzt, als bei den Völkern, welche am allerwe-nigsten um die betrogene List dieser Welt wissen. Nichtals ob den frommen Appenzellern ganz an Vernunft und