IX
Die Kirchen, mit ihren himmelanstrebcnden Thürinen,das Christenthum mit seinen hohen Anforderungen, dasEwige zu suchen, hat für ihren Lebensplan weder Be-deutung noch Zweck; der Geistliche kann nur dann aufDuldung zählen, wenn er stch in einen Lehrer nützlicherKenntnisse umwandelt. Diese Richtung hat in unsererZeit einen weiten Grund. Das erfahren wir, indemwir ans die freudige Begrüßung sehen, welche demjeni-gen, der die personliche Würde des Anfängers und Vol-lenders unsers Glaubens, des Stifters der christlichenKirche, in Zweifel gezogen, von Seite so vieler Tau-senden zu Theil geworden ist. So wenig dieser Mannvon seiner wissenschaftlichen Seite, von der ans er alleinbeurtheilt werden muß, von der Menge verstanden wor-den ist, so warm wurde er als Prophet und Vollenderder von ihnen gehegten Ansichten und Erwartungen be-grüßt und anerkannt. — Gegen diese beiden Feinde hatder wahrhafte Diener des göttlichen Wortes, den Kampfaufzunehmen. Wahrlich, seine Aufgabe ist keine leichte;aber zum Feiern und zum Genüsse hat der Herr sichkeinen Jünger erwählt; das Kreuz ist sein Vermächtnißan denjenigen, der sein Schüler und ein Botschafter anseiner Statt sein will. Damit aber unsere Aufopferungfür ihn nicht vergebens sei, damit wir nicht in nnsermKampfe nur Luftstreiche führen, so thnt es noth, daßwir auf jene Regel Christi achten, und mit der Einfalt