XI
Anforderung des religiösen Lebens entfernt, an Zwingstlernen, daß geistige Freiheit nur im Bunde mit kindli-cher Frömmigkeit dem Menschen zu Theil wird; undanderseits mögen auch diejenigen, welche im dunkelnGefühlsdrange sich hinter die Eisgebirge dogmatischerFormeln und eines neuen Buchstabens gefluchtet undnur da das Heil für die Menschheit zu finden glauben,an diesem Gottesmanne erschauen, daß der innigsteGlaube, der sich gern in die Allgewalt des göttlichenGeistes und Wortes gefangen gibt, mit der freiestenForschung über die zeitlichen Formen, in welchen sichdieser Geist und dieses Wort geoffenbaret, verbundensein könne!
Was endlich die sprachlichen Grundsätze, welcheich in dieser Uebertragung befolgt, betrifft, so habeich Folgendes darüber zu bemerken. Das Ziel, nachwelchem ich darin gerungen, war, Zwingst treu, wieer gefühlt und gedacht, und verständlich für Jeden,der deutsch versteht, zu der Gegenwart reden zu lassen,ohne daß seiner Eigenthümlichkeit zu viel Eintrag ge-schehe. Man sollte merken, daß ein Schweizer ausdem sechszehnten Jahrhundert hier rede; aber auch derNorddeutsche sollte ihn mit leichter Mühe verstehen.Mehr als Wohlklang und schöne Wendungen in derSprache galt mir die Bewahrung der Eigenthümlichkeit