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Dann offenbart sich bei ihnen eine hastige Lebcns-sncht, eine Begier nach süßer Betäubung, ein Lech-zen nach Trunkenheit, wodurch sie fast grauenhaftverschönert werden und einen Reiz gewinnen, derunsere Seele zugleich entzückt und erschüttert.
Dieser Durst, das Leben zu genießen, alswenn in der nächsten Stunde der Tod sie schonabriefe von der sprudelnden Quelle des Genusses,oder als wenn diese Quelle in der nächsten Stundeschon versiegt sein würde, diese Hast, diese Wuth,dieser Wahnsinn der Pariserinnen, wie er sich be-sonders auf Bällen zeigt, mahnt mich immer andie Sage van den todten Tänzerinnen, die man beiuns die Willis nennt. Diese sind nämlich junge ^Bräute, die vor dem Hochzeittage gestorben sind,aber die unbefriedigte Tanzlust so gewaltig im Her-zen bewahrt haben, dass sie nächtlich ans ihrenGräbern hervorstechen, sich scharcnwcis an den Land-straßen versammeln, und sich dort während derMittcrnachtsstunde den wildesten Tänzen überlassen.Geschmückt mit ihren Hochzeitkleidcrn, Blumen-kränze auf den Häuptern, funkelnde Ringe an denbleichen Händen, schauerlich lachend, unwiderstehlichschön, tanzen die Willis im Mondschein, und sietanzen immer um so tobsüchtiger und ungestümer,je mehr sie fühlen, dass die vergönnte Tanzstunde