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Ausdruck gab, wie ich ihu nie auf einem lebendenMenschcnantlitz gesehen. Nie kämmt mir dieses Ge-sicht aus dem Gedächtnisse! Es war eins jenerGesichter, die mehr dem Traumreich der Poesie alsder rohen Wirklichkeit des Lebens zu gehörenscheinen, Konturen, die an Da Vinci erinnern, jenesedle Oval mit den naiven Wangcngrübchcn unddem sentimental spitz-zulaufcndcn Kinn der lombar-dischen Schule. Die Färbung mehr römisch sanft,matter Pcrlcnglanz, vornehme Blässe, Morbidezza.Kurz, es war ein Gesicht, wie es nur auf irgendeinem altitaliänischcn Portraitc gefunden wird, dasetwa eine von jenen großen Damen vorstellt, worindie italiänischcn Künstler des sechzehnten Jahrhun-derts verliebt waren, wenn sie ihre Meisterwerkeschufen, woran die Dichter jener Zeit dachten, wennsie sich unsterblich sangen, und wonach die deutschenund französischen Kricgshcldcn Verlangen trugen,wenn sie sich das Schwert umgürteten und thatcn-süchtig über die Alpen stürzten . . . Ja, ja, so einGesicht war cS, worauf ein Lächeln der süßestenSchadenfreude und des vornehmsten MuthwilleuSspielte, während sie, die schöne Dame, mit derSpitze des spanischen Nohrs den blonden Locken-bau des guten Bcllini zerstörte. In diesem Augen-blick erschien mir Bcllini wie berührt von einem