Druckschrift 
4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
212
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Kleider saßen ihm so schmachtend an dem zartenLeibe, er trug sein spanisches Röhrchcn so idyllisch,dass er mich immer an die jungen Schäfer er-innerte, die wir in unseren Schäfcrspielcn mit be-bänderten Stäben und hellfarbigen Jäckchen undHöschen minaudicrcn sehen. Und sein Gang warso jungfräulich, so elegisch, so ätherisch. Der ganzeMensch sah aus wie ein Seufzer sn esoarpnns.Er hat bei den Frauen vielen Beifall gefunden,aber ich zweifle, ob er irgendwo eine starke Leiden-schaft geweckt hat. Für mich selber hatte seine Er-scheinung immer etwas spaßhaft Ungenießbares,dessen Grund wohl zunächst in seinem Französisch-sprcchcn zu finden war. Obgleich Bcllini schon meh-rere Jahre in Frankreich gelebt, sprach er doch dasFranzösische so schlecht, wie es vielleicht kaum inEngland gesprochen werden kann. Ich sollte diesesSprechen nicht mit dem Beiwort „schlecht" bezeich-nen; schlecht ist hier viel zu gut. Man muss ent-setzlich sagen, blutschänderisch, wcltuntcrgangsmäßig.Ja, wenn man mit ihm in Gesellschaft war, under die armen französischen Worte wie ein Henkerradebrach, und unerschütterlich seine kolossalen ocxz-ü-1'kllö auskramte, so meinte man manchmal, dieWelt müsse mit einem Donncrgckrnchc untergehen. . . Eine Lcichcnstillc herrschte dann im ganzen