— 211 —
ward dann gleich kleinlaut und bittend und machtemit den zwei erhobenen Fingern das Jettntorc-zcichen . . . Armer Bcllini!
Sie haben ihn also persönlich gekannt? Warer hübsch?
Er war nicht hässlich. Sie sehen, auch wirMänner können nicht bejahend antworten, wennman uns über Jemand von unserem Geschlcchteeine solche Frage vorlegt. Es war eine hoch auf-geschossene, schlanke Gestalt, die sich zierlich, ichmöchte sagen kokett, bewegte; immer ä, «zuatrsspiuAlss; ein regelmäßiges Gesicht, länglich, blass-rosig; hellblondes, fast goldiges Haar, in dünnen^ Löckchen frisiert; hohe, sehr hohe, edle Stirn; gradeNase; bleiche, blaue Augen; schöngcmesscncr Mund;rundes Kinn. Seine Züge hatten etwas Vages,Charakterloses, Etwas wie Milch, und in diesemMilchgcsichte quirlte manchmal süßsäucrlich ein Aus-druck von Schmerz. Dieser Ausdruck von Schmerzersetzte in Bcllini's Gesichte den mangelnden Geist;aber es war ein Schmerz ohne Tiefe; er flimmerte! poesielos in den Augen, er zuckte leidenschaftslosum die Lippen des Mannes. Diesen flachen, mattenSchmerz schien der junge Maestro in seiner ganzenGestalt veranschaulichen zu wollen. So schwärme-risch wchmüthig waren seine Haare frisiert, die
t4*