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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
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sind wirklich so schön, wie der Ruhm meldet. Aberauch schon im Mittelalter müssen sie ziemlich schöngewesen sein. Sagt man doch von Franz I., dassdas Gerücht von der Schönheit der Mailänderinnenein heimlicher Antrieb gewesen, der ihn zu seinemitaliänischen Feldzuge bewogen habe; der ritterlicheKönig war gewiss neugierig, ob seine geistlichenMühmchen, die Sippschaft seines Taufpathen, sohübsch seien, wie er rühmen hörte . . . ArmerSchelm! zu Pavia musste er für diese Neugier sehrtheucr büßen!

Aber wie schön sind sie erst, diese Jtaliäne-rinnen, wenn die Musik ihre Gesichter beleuchtet.Ich sage: beleuchtet, denn die Wirkung der Musik,die ich in der Oper auf den Gesichtern der schönenFrauen bemerke, gleicht ganz jenen Licht- und Schat-teneffekten, die uns in Erstaunen setzen, wenn wirStatuen in der Nacht bei Fackelschein betrachten.Diese Marmorbilder offenbaren uns dann mit er-schreckender Wahrheit ihren innewohnenden Geistund ihre schauerlichen stummen Geheimnisse. Inderselben Weise giebt sich uns auch das ganze Lebender schönen Jtaliänerinncn kund, wenn wir sie inder Oper sehen; die wechselnden Melodien weckenalsdann in ihrer Seele eine Reihe von Gefühlen,Erinnerungen, Wünschen und Ärgernissen, die sich