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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
208
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alle augenblicklich in den Bewegungen ihrer Züge,in ihrem Erröthcn, in ihrem Erbleichen, und garin ihren Augen aussprechen- Wer zu lesen versteht,kann alsdann auf ihren schönen Gesichtern sehrviel' süße und interessante Dinge lesen, Geschichten,die so merkwürdig wie die Novellen des Boccaccio,Gefühle, die so zart wie die Sonette des Petrarcha,Launen, die so abenteuerlich wie die Ottaverimcdes Ariosto, manchmal auch furchtbare Verräthcreiund erhabene Bosheit, die so poetisch wie die Hölledes großen Dante. Da ist es der Mühe Werth,hinaufzuschaucn nach den Logen. Wenn nur dieMänner unterdessen ihre Begeisterung nicht mitso fürchterlichem Lärm aussprächen! Dieses allzutolle Geräusch in einem italiänischen Theater wirdmir manchmal lästig. Aber die Musik ist die Seeledieser Menschen, ihr Leben, ihre Nationalsachc. Inandern Ländern giebt es gewiss Musiker, die dengrößten italiänischen Ncnommcen gleichstehen, aberes giebt dort kein musikalisches Volk. Die Musikwird hier in Italien nicht durch Individuen reprä-sentiert, sondern sie offenbart sich in der ganzenBevölkerung, die Musik ist Volk geworden. Beiuns im Norden ist es ganz anders; da ist dieMusik nur Mensch geworden und heißt Mozartoder Mcyerbcer; und obendrein wenn man das