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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
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nicht im Stande, Ihnen von dieser Geliebten einenrichtigen Begriff zu geben. Sie war so ätherischerNatur, dass sie sich mir nur im Traume offenbarenkonnte. Ich denke, Maria, Sie hegen kein banalesVorurthcil gegen Träume; diese nächtlichen Er-scheinungen haben wahrlich eben so viel Realitätwie jene roheren Gebilde des Tages, die wir mitHänden antasten können, und woran wir uns nichtselten beschmutzen. Ja, es war im Traume, wo ichsie sah, jenes holde Wesen, das mich am meistenauf dieser Welt beglückt hat. Über ihre Äußerlich-keit weiß ich Wenig zu sagen. Ich bin nicht imStande, die Form ihrer Gesichtszüge ganz genauanzugeben. Es war ein Gesicht, das ich nie vor-her gesehen, und das ich nachher nie wieder imLeben erblickte. So Viel erinnere ich mich, es warnicht weiß und rosig, sondern ganz einfarbig, einsanft angcröthetcs Blassgelb und durchsichtig wieKrystall. Die Reize dieses Gesichtes bestandenweder im strengen Schönheitsmaß, noch in der in-teressanten Beweglichkeit; sein Charakter bestandvielmehr in einer bezaubernden, entzückenden, fasterschreckenden Wahrhaftigkeit. Es war ein Gesichtvoll bcwusster Liebe und graciöscr Güte; es warmehr eine Seele als ein Gesicht, und dcsshalb habeich die äußere Form mir nie ganz vergegenwärtigen