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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
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können. Die Augen waren sanft wie Blumen, dieLippen etwas bleich, aber anmuthig gewölbt. Sietrug ein seidncs Peignoir von kornblauer Farbe,aber hierin bestand auch ihre ganze Bekleidung; Halsund Füße waren nackt, und durch das weiche, dünneGewand lauschte manchmal wie verstohlen die schlankeZartheit der Glieder. Die Worte, die wir mit ein-ander gesprochen, kann ich mir ebenfalls nicht mehrverdeutlichen; so Viel weiß ich, dass wir uns ver-lobten, und dass wir heiter und glücklich, offenherzigund traulich, wie Bräutigam und Braut, ja fastwie Bruder und Schwester, mit einander kosten.Manchmal aber sprachen wir gar nicht mehr undsahen uns einander an, Aug' in Auge, und in die-sem beseligenden Anschauen verharrten wir ganzeEwigkeiten . . . Wodurch ich erwacht bin, kann ichebenfalls nicht sagen, aber ich schwelgte noch langeZeit in dem Nachgefühle dieses Liebesglücks. Ichwar lange wie getränkt von unerhörten Wonnen,die schmachtende Tiefe meines Herzens war wiegefüllt mit Seligkeit, eine mir unbekannte Freudeschien über alle meine Empfindungen ausgegossen,und ich blieb froh und heiter, obgleich ich dieGeliebte in meinen Träumen niemals wiedersah.Aber hatte ich nicht in ihrem Anblick ganze Ewig-keiten genossen? Auch kannte sie mich zu gut,