machten. Der Mann spielte das Violoncello, unddie Frau spielte das sogenannte Violon d'Amour;aber sie hielt nie Tempo, und war dem Manneimmer einen Takt voraus, und wusste ihrem un-glücklichen Instrumente die grellfeinsten Kciflauteabzuquälen; wenn das Cello brummte und dieVioline greinte, glaubte man ein zankendes Ehe-paar zu hören. Auch spielte die Frau noch immerweiter, wenn der Mann längst fertig war, dasses schien, als wollte sie das letzte Wort behalten.Es war ein großes, aber sehr mageres Weib,Nichts als Haut und Knochen, ein Maul, worineinige falsche Zähne klapperten, eine kurze Stirn,fast gar kein Kinn und eine desto längere Nase,deren Spitze wie ein Schnabel sich herabzog, undwomit sie zuweilen, wenn sie Violine spielte, denTon einer Saite zu dämpfen schien.
Mein Hauswirth war etwa fünfzig Jahr' altund ein Mann von sehr dünnen Beinen, abgezehrtbleichem Antlitz und ganz kleinen grünen Äuglein,womit er beständig blinzelte, wie eine Schildwache,welcher die Sonne ins Gesicht scheint. Er warseines Gewerbes ein Bruchbandmacher und seinerReligion nach ein Wiedertäufer. Er las sehrfleißig in der Bibel. Diese Lektüre schlich sich inseine nächtlichen Träume, und mit blinzelnden