— 153 —
erhöhter Sessel, der wie ein Thron aussah, undworauf ein kleines Mädchen saß, das etwa dreiJahr' alt sein mochte, und in blauem silbcrgesticktenAtlas, jedoch sehr altfränkisch, gekleidet war, undin der einen Hand, gleich einem Sceptcr, einenbunten Pfaucnwcdel und in der andern einen wel-ken Lorberkranz emporhielt. Vor ihr aber aufdem Boden wälzten sich Mynhcer Van der Pissen,sein kleiner Mohr, sein Pudel und sein Affe. DieseVier zausten sich und bissen sich unter einander,während das Kind und der grüne Papagei, welcherauf der Stange saß, beständig Bravo! riefen. End-lich erhob sich Mynhecr vom Boden, kniete vordem Kinde nieder, rühmte in einer ernsthaften la-teinischen Rede den Muth, womit er seine Feindebekämpft und besiegt, ließ sich von der Kleinen denwelken Lorberkranz auf das Haupt setzen, — undBravo! Bravo! rief das Kind und der Papageiund ich, welcher jetzt ins Zimmer trat.
Mynhcer schien etwas bestürzt, dass ich ihnin seinen Wunderlichkeiten überrascht. Diese, wieman mir später sagte, trieb er alle Tage; alle Tagebesiegte er den Mohr, den Pudel und den Affen; alleTage ließ er sich belorbcrcn von dem kleinen Mäd-chen, welches nicht sein eignes Kind, sondern einFindling ans dem Waiscnhansc von Amsterdam war.