Kapitel XI.
Das Haus, worin ich zu Lehden logierte, be-wohnte einst Jan Steen, der große Jan Steen,den ich für eben so groß halte wie Raphael. Auchals religiöser Maler war Jan eben so groß, undDas wird man einst ganz klar einsehen, wenn dieReligion des Schmerzes erloschen ist, und die Re-ligion der Freude den trüben Flor von den Rosen-büschen dieser Erde fortreißt, und die Nachtigallenendlich ihre lang' verheimlichten Entzückungen hcr-vorjanchzen dürfen.
Aber keine Nachtigall wird je so heiter undjubelnd singen, wie Jan Steen gemalt hat. Keinerhat so tief wie er begriffen, dass auf dieser Erdeewig Kirmes sein sollte; er begriff, dass unser Le-ben nur ein farbiger Kuss Gottes sei, und er