Druckschrift 
4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

133

wchmüthlgen Ton übergehend, schildert er, wieMynheer auf der nnermcsslichen Wasserwüste dieunerhörtesten Leiden erdulden müsse, wie sein LeibNichts anders sei als ein Sarg rwn Fleisch, worinseine Seele sich langweilt, wie das Leben ihn vonsich stößt und auch der Tod ihn abweist; gleicheiner leeren Tonne, die sich die Wellen einanderzuwerfen und sich spottend einander zurückwerfen,so werde der arme Holländer zwischen Tod undLeben hin und her geschleudert, keins von beidenwolle ihn behalten; sein Schmerz sei tief wie dasMeer, worauf er herumschwimmt, sein Schiff seiohne Anker und sein Herz ohne Hoffnung.

Ich glaube, Dieses waren ungefähr die Worte,womit der Bräutigam schließt. Die Braut betrach-tet ihn ernsthaft, und wirft manchmal Seitenblickenach seinem Konterfei. Es ist, als ob sie seinGeheimnis crrathen habe, und wenn er nachherfragt: Katharina, willst du mir treu sein? ant-wortet sie entschlossen: Treu bis in den Tod.

Bei dieser Stelle, erinnere ich mich, hörteich lachen, und dieses Lachen kam nicht von untenaus der Hölle, sondern von oben, vom Paradiese.Als ich hinaufschantc, erblickte ich eine wunder-schöne Eva, die mich mit ihren großen blauenAugen verführerisch ansah. Ihr Arm hing über