Ein erröthcndcr Schmerz glitt über das Antlitzder schönen Sara, und mit einem Blicke, der umso schneidender wirkt, je sanfter die Augen sind,die ihn versenden, und mit einem Tone, der umso vernichtender, je bebend weicher die Stimme,antwortete die ticfgekränktc Frau:
„Edler Herr! Wenn Ihr mein Ritter seinwollt, so mufft Ihr gegen ganze Völker kämpfen,und in diesem Kampfe giebt es wenig Dank undnoch weniger Ehre zu gewinnen! Und wenn Ihrgar meine Farben tragen wollt, so mufft Ihr gelbeRinge auf Euren Mantel nähen oder eine blau-gestreifte Schärpe umbinden; denn Dieses sind meineFarben, die Farben meines Hauses, des Hauses,welches Israel heißt, und sehr elend ist, und aufden Gassen verspottet wird von den Söhnen desGlücks!"
Plötzliche Purpurröthc bedeckte die Wangendes Spaniers, eine unendliche Verlegenheit arbei-tete in allen seinen Zügen, und fast stotterndsprach er:
„Sennora . . . Ihr habt mich missvcrstan-dcn . . . unschuldiger Scherz . . . aber, bei Gott,kein Spott, kein Spott über Israel... ich stammeselber aus dem Hause Israel . . . mein Großvaterwar ein Jude, vielleicht sogar mein Vater . .