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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
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Lautlos und wie mit gebrochenen Gliedernwar die schöne Sara in die Arme des Rabbi hin-gesunken, und langsam trug er sie hinab nach demUfer. Hier stand der stille Wilhelm, ein taub-stummer, aber bildschöner Knabe, der zum Unter-halt seiner alten Pflegemutter, einer Nachbarindes Rabbi, den Fischfang trieb und hier seinenKahn angelegt hatte. Es war aber, als errietheer schon gleich die Absicht des Rabbi, ja es schien,als habe er eben aus ihn gewartet; um seine ge-schlossenen Lippen zog sich das lieblichste Mitleid,bedeutungstief ruhten seine großen blauen Augenans der schönen Sara, und sorgsam trug er sie inden Kahn.

Der Blick des stummen Knaben weckte dieschöne Sara aus ihrer Betäubung, sie fühlte aufeinmal, dass Alles, was ihr Mann ihr erzählt,kein bloßer Traum sei, und Ströme bitterer Thrä-ncn ergossen sich über ihre Wangen, die jetzt soweiß wie ihr Gewand. Da saß sie nun in derMitte des KahnS, ein weinendes Marmorbild;neben ihr saßen ihr Mann und der stille Wilhelm,welche emsig ruderten.

Sei es nun durch den einförmigen Rudcr-schlag, oder durch das Schaukeln des Fahrzeugs,oder durch den Duft jener Bcrgcsufcr, worauf die