Druckschrift 
4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
Seite
22
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unter den Tisch schaute, habe er dort zu seinenFüßen den blutigen Leichnam eines Kindes erblickt.„Da merkte ich" — setzte der Rabbi hinzu —„dass unsrc zwei späte Gäste nicht von der Ge-meinde Jsrael's waren, sondern von der Versamm-lung der Gottlosen, die sich berathcn hatten, jenenLeichnam heimlich in unser Haus zu schaffen, umuns des Kindcrmordes zu beschuldigen und dasVolk aufzureizen, uns zu plündern und zu ermor-den. Ich durfte nicht merken lassen, dass ich dasWerk der Finsternis durchschaut; ich hätte dadurchnur mein Verderben beschleunigt, und nur die Listhat uns Beide gerettet. Gelobt sei der Herr! Äng-stige dich nicht, schöne Sara; auch unsrc Freundeund Verwandte werden gerettet sein. Nur nachmeinem Blute lechzten die Ruchlosen; ich bin ihnenentronnen, und sie begnügen sich mit meinem Sil-ber und Golde. Komm mit mir, schöne Sara, nacheinem anderen Lande, wir wollen das Unglück hin-ter uns lassen, und damit uns das Unglück nichtverfolge, habe ich ihm das Letzte meiner Habe, dassilberne Becken, zur Versöhnung hingeworfen. DerGott unserer Väter wird uns nicht verlassen. —Komm herab, du bist müde; dort unten steht beiseinem Kahne der stille Wilhelm ; er führt uns denRhein hinauf."