gctvdtct oder misshandclt. Dies geschah im Jahre1287, und auch zu Bacharach, wo eine von diesenSankt-Wcrncrskirchcn gebaut wurde, erging damalsüber die Juden viel Drangsal und Elend. Dochzwei Jahrhunderte seitdem blieben sie verschont vonsolchen Anfällen der VolkSwuth, obgleich sie nochimmer hinlänglich angefeindet und bedroht wurden.
Je mehr aber der Hass sie von außen be-drängte, desto inniger und traulicher wurde dashäusliche Zusammenleben, desto tiefer wurzelte dieFrömmigkeit und Gottesfurcht der Inden von Ba-charach. Ein Muster gottgefälligen Wandels warder dortige Rabbiner, genannt Rabbi Abraham,ein noch jugendlicher Manu, der aber weit und breitwegen seiner Gelahrthcit berühmt war. Er wargeboren in dieser Stadt, und sein Vater, der dortebenfalls Rabbiner gewesen, hatte ihm in seinemletzten Willen befohlen, sich demselben Amt zuwidmen und Bacharach nie zu verlassen, cS seidenn wegen Lebensgefahr. Dieser Befehl und einSchrank mit seltenen Büchern war Alles, was seinVater, der bloß in Armuth und Schriftgclahrthcitlebte, ihm Hinterließ. Dennoch war Rabbi Abra-ham ein sehr reicher Mann; vcrheirathct mit dereinzigen Tochter seines verstorbenen Baterbrudcrs,welcher den Juwelenhandcl getrieben, erbte er Dessen