stächen, bis das Blut hcrausfließe, und dass siem ihrem Paschafeste Christenkinder schlachteten, umdas Blut derselben bei ihrem nächtlichen Gottes-dienste zu gebrauchen. Die Juden, hinlänglich ver-hasst wegen ihres Glaubens, ihres Reichthumsund ihrer Schuldbücher, waren an jenem Festtageganz in den Händen ihrer Feinde, die ihr Vcrderben nur gar zu leicht bewirken konnten, wennsie das Gerücht eines solchen Kindcrmords verbrcitetcn, vielleicht gar einen blutigen Kindcrleichnamin das verfehmte Haus eines Juden heimlich hin-einschwärztcn und dort nächtlich die betende Juden-samilie überfielen, wo alsdann gemordet, geplün-dert und getauft wurde, und große Wunder ge-schahen durch daS vorgefundene todte Kind, wel-ches die Kirche am Ende gar kanonisierte. SanktWerner ist ein solcher Heiliger, und ihm zu Ehrenward zu Oberwesel jene prächtige Abtei gestiftet,die jetzt am Rhein eine der schönsten Ruinen bil-det, und mit der gothischcn Herrlichkeit ihrer langenspitzbögigen Fenster, stolz emporschießenden Pfeilerund Stcinschnitzeleien uns so sehr entzückt, wennwir an einem heitergrüncn Sommertage vorbei-fahren und ihren Ursprung nicht kennen. Zu Ehrendieses Heiligen wurden am Rhein noch drei an-dre große Kirchen errichtet, und unzählige Juden
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