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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
Entstehung
Seite
373
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großen Zeitgenossen so ähnlich woren, und nurseinen Tiefblick und Schönheitssinn, seine furchtbareund lächelnde Grazie, seine offenbarende Natnrsen-dung entbehrten . . . Und ach! zu den Mängelneines Mnrlow's, Deckcr'S und Heywood's geselltsich bei Viktor Hugo noch das schlimmste Entbehr-nis: es fehlt ihm das Leben. Jene litten an ko-chender Überfülle, an wildester Vollblütigkcit, undihr Poetisches Schaffen war geschriebenes Athmcn,Jauchzen und Schluchzen; aber Viktor Hugo, beialler Verehrung, die ich ihm zolle, ich muss esgestehen, hat etwas Verstorbenes, Unheimliches,Spukhaftes, etwas grabcntsticgcn Vampyrischcs...Er weckt nicht die Begeisterung in unfern Herzen,sondern er saugt sie heraus ... Er versöhnt nichtunsere Gefühle durch poetische Verklärung, sonderner erschreckt sie durch widerwärtiges Zerrbild . , .Er leidet an Tod und Hässlichkcit.

Eine junge Dame, Vie mir sehr nahe steht,äußerte sich jüngst über diese Hüsslichkcitssncht derHugo'schen Muse mit sehr treffenden Worten. Siesagte nämlich: Die Muse des Viktor Hugo mahntmich an das Märchen von der wunderlichen Prin-zessin, die nur den hässlichsten Mann Heirathenwollte, und in dieser Absicht im ganzen Lande dasAufgebot ergehen ließ, dass sich alle Junggesellen