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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
Entstehung
Seite
330
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tasiebildcr eines Dichters, sondern wirkliche, weib-geborene Menschen. Ja, sie erscheinen uns nochlebendiger als die gewöhnlichen Naturgcschöpfe, daweder Zeit noch Tod ihnen Etwas anhaben kann,und in ihren Adern das unsterblichste Blut, dieewige Poesie, pulsiert. Wenn du nach Venedigkommst und den Dogcnpallast durchwnndelst, soweißt du sehr gut, dass du weder im Saal derSenatoren noch auf der Riesentrcppc dem MarinoFalieri begegnen wirst; an den alten Dandolowirst du im Arsenale zwar erinnert, aber auf keinerder goldenen Galcren wirst du den blinden Heldensuchen; siehst du an einer Ecke der StraßeSanta eine Schlange in Stein gehauen, und ander andern Ecke den geflügelten Löwen, welcher dasHaupt der Schlange in der Tatze hält, so kömmtdir vielleicht der stolze Carmagnole in den Sinn,doch nur auf einen Augenblick. Aber weit mehrals an alle solche historische Personen denkst du zuVenedig an Shakspearc's Shylock, der immer nochlebt, während Jene im Grabe längst vermodert sind, und wenn du über den Rialto steigst, so suchtihn dein Auge überall, und du meinst, er müssedort hinter irgend einem Pfeiler zu finden sein,mit seinem jüdischen Rockelor, mit seinem miss-trauisch berechnenden Gesicht, und du glaubst