Gedanken nnd Reden des Shylock, der im Gegen-thcil nur alttcstamentalische Gleichnisse gebraucht!Sein Witz ist krampfhaft und ätzend, seine Me-taphern sucht er unter den widerwärtigsten Gegen-ständen, und sogar seine Worte sind zusammcnge-qnctschte Misslaute, schrill, zischend und quirrend.Wie die Personen, so ihre Wohnungen. Wenn wirsehen, wie der Diener Jchovah's weder ein Ab-bild Gottes noch des Menschen, des erschaffenenKonterfei Gottes, in seinem „ehrbaren Hanse" dul-det, und sogar die Ohren desselben, die Fenster,verstopft, damit die Töne des heidnischen Mummen-schanzes nicht hiucindringcn in sein „ehrbares Haus". . . so sehen wir im Gegcntheil das kostbarsteund geschmackvollste Villcggiatura-Leben in demschönen Palazzo zu Bclmont, wo lauter Lichtund Musik, wo unter Gemälden, marmornen Sta-tuen und hohen Lorbcrbäumeu die geschmücktenFreier lustwandeln und über Liebesräthsel sinnen,und inmitten aller Herrlichkeit Signora Porzia,gleich einer Göttin hcrvorglänzt,
Das sonnige Haar die Schlaf' umwallend.
Durch solchen Kontrast werden die beidenHauptpersonen des Dramas so individualisiert, dassman darauf schwören möchte, es seien nicht Phan-