manchmal sogar seine kreischende Stimme zu hören:„Dreitausend Dukaten — gut!"
Ich wenigstens, wandelnder Traumjäger, wieich bin, ich sah mich aus dem Rialto überall um,ob ich ihn irgend fände, den Shylock. Ich hätteihm Etwas mitzutheilcn gehabt, was ihm Vergnügenmachen konnte, dass z. B. sein Vetter, Herr vonShylock zu Paris, der mächtigste Baron der Chri-stenheit geworden, und von Ihrer katholischen Ma-jestät jenen Jsabcllcnordcn erhalten hat, welchereinst gestiftet ward, um die Vertreibung der Judenund Mauren aus Spanien zu verherrlichen. Aberich bemerkte ihn nirgends aus dem Rialto, und ichentschloss mich daher, den alten Bekannten in derSynagoge zu suchen. Die Juden feierten hier ebenihren heiligen Versöhnungstag und standen einge-wickelt in ihren weißen Schaufüden-Tnlaren, mitunheimlichen Kopfbcwegungen, fast aussehend wieeine Versammlung von Gespenstern. Die armenInden, sie standen dort, fastend und betend, vomfrühesten Morgen, hatten seit dem Vorabend wederSpeise noch Trank zu sich genommen, und hattenauch vorher alle ihre Bekannten um Verzeihunggebeten für etwaige Beleidigungen, die sie ihnenim Laufe des Jahres zugefügt, damit ihnen Gottebenfalls ihre Sünden verzeihe, — ein schöner