dcrt, die uns befiehlt unsere Feinde zu lieben. WennShylock dein Manne, der von ihm Geld borgen will,folgende Worte sagt:
Signor Antonio, viel und oftcrmalsHabt Ihr auf dem Rialto mich geschmähtUm meine Gelder, und um meine Zinsen;
Stets trug ich's mit geduld'gcm Achselzucken,Denn dulden ist das Erbtheil unscrs Stamms.Ihr scheltet mich abtrünnig, einen Bluthund,Und speit ans meinen jüdischen Rocklor,
Und Alles, weil ich nutz', was mir gehört.Gut denn, nun zeigt sich's, Ihr braucht meine Hülfe;Ei freilich, ja, Ihr kommt zu mir, Ihr sprecht:„Shylock, wir wünschten Gelder." So sprecht Ihr,Der mir den Auswurf auf den Bart geleert.Und mich getreten, wie Ihr von der SchwelleDen fremden Hund stoßt; Geld ist Cur Begehren.Wie sollt' ich sprechen nun? Sollt' ich nicht sprechen:„Hat ein Hund Geld? Ist's möglich, dass ein SpitzDreitausend Dukaten leihn kann?" Oder soll ichMich bücken, und in eines Schuldners Ton,Demüthig wispernd, mit vcrhaltnem Odem,So sprechen: „Schöner Herr, am letzten MittwochSpiet Ihr mich an; Ihr tratet mich den Tag;Ein andermal hießt Ihr mich einen Hund —