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die Absicht, zur Ergötzung des großen Haufcnseiucn gcdrilltcu Währwolf darzustcllcu, ein vcrhass-tcs Fabclgcschöpf, dos noch Blut lcchzt, und dabeiseine Tochter und seine Dukaten einbüßt und oben-drein verspottet wird. Aber der Genius des Dich-ters, der Weltgcist, der in ihm waltet, steht immerhöher als sein Privatwille, und so geschah es, dasser in Shylock, trotz der grellen Fratzcnhaftigkcit,die Justifikation einer unglücklichen Sekte aussprach,welche von der Vorsehung aus geheimnisvollenGründen mit dem Hass des Niedern und vornehmenPöbels belastet worden, und diesen Hass nicht immermit Liebe vergelten wollte.
Aber was sag' ich? der Genius des Shak-spcare erhebt sich noch über den Kleinhader zweierGlaubensparteicn, und sein Drama zeigt uns eigent-lich weder Inden noch Christen, sondern Unterdrückerund Unterdrückte und das wahnsinnig schmerzlicheAufjauchzen dieser Letzter», wenn sie ihren über-müthigen Quälern die zugefügten Kränkungen mitZinsen zurückzahlen können. Von Rcligionsver-schicdenhcit ist in diesem Stücke nicht die geringsteSpur, und Shakspcarc zeigt in Shylock nur einenMenschen, dem die Natur gebietet seinen Feind zuhassen, wie er in Antonio und dessen Freundenkeineswegs die Jünger jener göttlichen Lehre schil-