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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
Entstehung
Seite
297
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hindert sie nicht, sich ihren lodernden Trieben ganzhinzugeben, als dauerte ewig dieses Feuer . . .

Ach, wenn mau zum zweitenmal im Lebenvon der großen Gluth crfasst wird, so fehlt leiderdieser Glaube an ihre Unsterblichkeit, und die schmerz-lichste Erinnerung sagt uns, dass sie sich am Endeselber aufzehrt . . . Daher die Verschiedenheit derMelancholie bei der ersten Liebe und bei der zwei-ten . . . Bei der ersten denken wir, dass unsereLeidenschaft nur mit tragischem Tode endigen müsse,und in der That, wenn nicht anders die cntgcgcu-drohendcn Schwierigkeiten zu überwinden sind, ent-schließen wir nns leicht, mit der Geliebten ins Grabzu steigen . . . Hingegen bei der zweiten Liebeliegt uns der Gedanke im Sinne, dass unsere wil-desten und herrlichsten Gefühle sich mit der Zeitin eine zahme Lauheit verwandeln, dass wir dieAugen, die Lippen, die Hüften, die uns jetzt soschauerlich begeistern, einst mit Gleichgültigkeit be-trachten werden . . . Ach! dieser Gedanke ist me-lancholischer als jede Todesahnung! . . . Das istein trostloses Gefühl, wenn wir im heißesten Rauscheau künftige Nüchternheit und Kühle denken, undaus Erfahrung wissen, dass die hochpoetischen he-roischen Leidenschaften ein so kläglich prosaischesEnde nehmen! . . .