ankündigen, entfalten und abschließen. Der Dichtergewährt uns hier ein Schauspiel, das noch entsetz-licher ist als alle Schrecknisse der Zaubcrwelt unddes Gcistcrrcichs; er zeigt uns nämlich die mensch-liche Leidenschaft, die alle Vernunftdämmc durch-bricht, und in der furchtbaren Majestät eines königlichen Wahnsinns hinaustobt, wetteifernd mitder empörten Natur in ihrem wildesten Aufruhr.Aber ich glaube, hier endet die außerordentlicheObmacht, die spielende Willkür, womit Shakspearcseinen Stoff immer bewältigen konnte; hier be-herrscht ihn sein Genius weit mehr als in denerwähnten Tragödien, in „Macbeth" und „Ham-let," wo er mit künstlerischer Gelassenheit neben dendunkelsten Schatten der Gcmüthsnacht die rosigstenLichter des Witzes, neben den wildesten Handlungendas heiterste Stilllcben hinmalcn konnte. Ja, inder Tragödie „Macbeth" lächelt uns eine sanfte be-friedete Natur entgegen; an den Fenstcrflicscn desSchlosses, wo die blutigste Unthat verübt wird,kleben stille Schwalbennester; ein freundlicher schot-tischer Sommer, nicht zu warm, nicht zu kühl, wehtdurch das ganze Stück; überall schöne Bäume undgrünes Laubwerk, und am Ende gar kommt einganzer Wald cinhcrmarschicrt, Birnam-Wald kommtnach Dunsinan. Auch in „Hamlet" kontrastiert die
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