des Bösen, und wer sich von ihren Sprüchen be-thörcn lässt, geht mit Leib und Seele zu Grunde.Shakspearc hat also die altheidnischen Schicksals-göttinncn und ihren ehrwürdigen Zaubersegen insChristliche übersetzt, und der Untergang seines Hel-den ist daher nicht etwas vorausbcstimmt Noth-wendigcs, etwas starr Unabwendbares wie das alteFatum, sondern er ist nur die Folge jener Lockun-gen der Hölle, die das Menschenherz mit den fein-sten Netzen zu umschlingen weiß: Macbeth unter-liegt der Macht des Satans, dem Urböscn.
Interessant ist es, wenn man die Shakspearc'-schen Hexen mit den Hexen anderer englischen Dich-ter vergleicht. Man bemerkt, dass Shakspcare sichdennoch von der althcidnischcn Anschauungsweisenicht ganz losreißen konnte, und seine Zauber-schwestcrn sind daher auffallend grandioser und re-spektabler als die Hexen von Middlcton, die weitmehr eine böse Vettclnatur bekunden, auch weitkleinlichere Tücken ausüben, nur den Leib beschä-digen, über den Geist wenig vermögen, und höch-stens mit Eifersucht, Missgunst, Lüsternheit undähnlichem GefühlSaussatz unsere Herzen zu über-krusten wissen.
Die Renommee der Lady Macbeth, die manwährend zwei Jährhunderten für eine sehr böse