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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
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Macbeth ist ein Liebling der Kritiker, die hierGelegenheit finden, ihre Ansichten über die antikeSchicksalstragödic, in Vcrglcichung mit der Auffas-sung des Fatums bei modernen Tragikern, des Brei-testen auseinander zu setzen. Ich erlaube mir überdiesen Gegenstand nur eine flüchtige Bemerkung.

Die Schicksalsidec des Shakspcare ist von derIdee des Schicksals bei den Alten in gleicher Weiseverschieden, wie die wahrsagenden Frauen, die kro-ncnverhcißcnd in der alten nordischen Legende demMacbeth begegnen, von jener Hcxcnschwcstcrschaftverschieden sind, die man in der Shakspcarc'schcnTragödie auftreten sieht. Jene wundersamen Frauenin der alten nordischen Legende sind offenbarWalküren, schauerliche Luftgöttinncn, die, über denSchlachtfeldern cinhcrschwcbcnd, Sieg oder Nieder-lage entscheiden, und als die eigentlichen Lenkcrin-ncn des Mcnschenschicksals zu betrachten sind, daletzteres im kriegerischen Norden zunächst vom Aus-gang der Schwertkämpfe abhängig war. Shakspcareverwandelte sie in unheilstiftcndc Hexen, entkleidetesie aller furchtbaren Grazie des nordischen Zanbcr-thnms, er machte sie zu zwitterhaften Missweibern,die ungeheuerlichen Spuk zu treiben wissen, undVerderben brauen aus hämischer Schadenfreudeoder ans Geheiß der Hölle; sie sind die Dienerinnen