inentis. Er hat gewiss mit seinen musikalischenKompositionen und «einer theologischen Schrift-stellerin die arme Frau sehr belästigt. Das Bestean Heinrich war sein Sinn für plastische Knust,und aus Vorliebe für das Schöne entstanden viel-leicht seine schlimmsten Sympathien und Antipa-thien. Catharina von Arragonien war nämlich nochhübsch in ihrem viernndzwanzigsten Jahre, alsHeinrich achtzehn Jahr alt war und sie heirathete,obgleich sie die Wittwe seines Bruders gewesen.Aber ihre Schönheit hat wahrscheinlich mit denJahren nicht zugenommen, um so mehr da sie ausFrömmigkeit mit Gcißc'ung, Fasten, Nachtwachenund Betreibungen ihr Fleisch beständig kasteite. Überdiese asketischen Übungen beklagte sich ihr Gemahloft genug, und auch uns wären Dergleichen aneiner Frau sehr fatal gewesen.
Aber es gicbt nach einen andern Umstand,der mich in meinem Vorurthcil gegen diese Köni-gin bestärkt: Sie war die Tochter der Jsabella vonKastilien und die Mutter der blutigen Maria. Wassoll ich von dem Baume denken, der solcher bösenSaat entsprossen, und solche böse Frucht gebar?
Wenn sich auch in der Geschichte keine Spurenihrer Grausamkeit vorfinden, so tritt dennoch derwilde Stolz ihrer Race bei jeder Gelegenheit hervor,