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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
Entstehung
Seite
182
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die herkömmliche Theatcrsprachc, deren sich damalsder dramatische Dichter bedienen musstc, er mochtesie nun seinem Genius passend finden oder nicht.Man braucht nur flüchtig in Dodslch's Oolisotionok olck xla^'s zu blättern, und man bemerkt, dassin allen Tragödien und Lustspielen damaliger Zeitdieselbe Svrcchnrt herrscht, derselbe Euphemismus,dieselbe Übertreibung der Zierlichkeit, geschraubteWortbildung, dieselben Koncetti, Witzspiele, Geistes-schnörkeleicu, die wir ebenfalls bei Shakspeare finden,und die von beschränkten Köpfen blindlings bewun-dert, aber von dem einsichtsvollen Leser, wo nichtgetadelt, doch gewiss nur als eine Äußerlichkeit, alseine Zeitbcdingung, die uothwcndigcr Weise zn er-füllen war, entschuldigt werden. Nur in den Stellen,wo der ganze Genius von Shakspeare hervortritt,wo seine höchsten Offenbarungen laut werden, dastreift er auch jene traditionelle Thcatersprache vonsich ab, und zeigt sich in einer erhaben-schönenNacktheit, in einer Einfachheit, die mit der unge-schminkten Natur wetteifert und uns mit den süße-sten Schauern erfüllt. Ja, wo solche Stellen, dabekundet Shakspeare auch in der Sprache eine be-stimmte Eigenthümlichkcit, die aber der metrischeÜbersetzer, der mit gebundenen Wortfüßen dem Ge-danken nachhinkt, nimmermehr getreu abspiegeln kann.